Heinrich VIII.

 

Heinrich wurde am 28.06.1491 geboren.

Er war der zweite Sohn von  Heinrich VII. (1457-1509) und Elizabeth von York (1466-1503).

Nachdem sein Vater Heinrich VII. im Jahr 1509 starb, kam Arthur sein älterer Bruder  auf den Thron von England. Arthur wurde mit Katharina von Aragòn verheiratet.

Als Arthur im April 1502 an einer Fiebererkrankung starb, wurde Heinrich zum König von England gekrönt.

Heinrich galt in seiner Zeit nicht zu unrecht als Prototyp des Renaissance-Herrschers, denn er war gebildete, sprach mehrere Sprachen und korrespondierte mit Humanisten wie zum Beispiel Erasmus von Rotterdam. Er erhielt sogar vom Papst den Titel „Verteidiger des Glaubens“, als er die Streitschrift zur Verteidigung des katholischen Glaubens verfasste. Heinrich war sehr musikalisch, er verfasste sogar ein paar eigene Sonette. Aber er war nicht nur gebildet, sondern auch außergewöhnlich sportlich. Er tanzte, ringte, jagte und machte Waffenübungen. Er spielte sogar die Urform des Tennis und wohl auch des Fußballs (denn es liegt eine Rechnung über Fußballschuhe vor) Er war aber auch ein Liebhaber von Glücksspielen.

Aber was Heinrich letztendlich berühmt und bekannt machte waren nicht die vielen Bücher, die er las oder die Kriege die er führte,  sondern seine sechs Ehen. Im Englischen gibt es den Abzählreim: "Divorced, beheaded, died. Divorced, beheaded, survived" was zu deutsch heißt: „Geschieden, Geköpft, gestorben. Geschieden, geköpft, überlebt.“

Heinrichs erste Frau sollte Katharina von Aragòn (1485-1536) sein, die Witwe seines verstorbenen Bruders Arthur. Bevor er sie allerdings 1509 heiraten konnte musste er sich erst einmal die amtliche Erlaubnis des Papste einholen.

Katharina schenkte Heinrich 3 Kinder: am 01.01.1511 den 1. Sohn Heinrich, der kurz nach seiner Geburt am 22.02.1511 starb. Im November gebar Katharina Heinrich einen zweiten Sohn mit dem Namen Heinrich, der Knabe verstarb noch im selben Monat. Schließlich bekamen sie am 22.02.1516 ein gesundes kleines Mädchen geschenkt, dass den Namen Maria (+ 1558) bekam.

Heinrich verlangte, nachdem ihm klar wurde, dass er von Katharina keinen Thronfolger bekam, die Scheidung. Er stützte sein Scheidungsrecht auf ein Gutachten von Stephen Gardiners, dass besagt, dass die Ehe mit Katharina von Anfang an als nichtig galt, da sie die Witwe seines Bruders Arthur war. Der Papst Clemens VII verweigerte jedoch zu anfangs die Scheidung, da er unter dem Druck des spanischen Königs Karl V, dem Neffen Katharinas, stand.  Daraufhin beanspruchte Heinrich die Trennung der englischen Krone mit der katholischen Kirche. Durch diese Trennung schuf Heinrich 1536 die Anglikanische Kirche, dessen Oberhaupt seitdem die englische Krone ist. Die Ehe wurde 1533  geschieden und Maria wurde von der Thronfolge ausgeschlossen und als Bastard erklärt.

Als Heinrich wegen dem Krieg mit Frankreich auf dem Kriegsfeld  wahr, besiegte der dritte Herzog von Norfolk, Thomas Howard den schottischen König Jakob IV. bei Flodden. Die Rivalität mit dem französischen König, Franz I. wurde für Heinrich bedrohlicher, als dieser ein Bündnis mit Schottland einging. 1546 wurde dann zwischen England und Frankreich Frieden geschlossen.

Heinrich gab die Hoffnung auf einen Thronerben nicht auf und somit heiratete er am 25.01.1533 Anne Boylen (1501-1536). Anne schrieb Heinrich in der Werbeszeit wunderschöne Liebesbriefe. Sie gebar ihm am 07.09.1533 leider „nur“ ein Mädchen, dass den Namen Elisabeth bekam (+ 1603). Anne wurde ein zweites mal Schwanger und hätte dem König einen Sohn geschenkt, jedoch erlitt sie eine Fehlgeburt. Leider verstand es Anne nicht, den König bei Laune zu halten und sie konnte ihm auch keinen Thronerben mehr schenken. So wurde sie, weil eine Scheidung unter diesen Umständen nicht möglich war, unter dem haltlosen Verdacht des Ehebruchs verurteilt und zusammen mit ihren angeblichen Liebhabern (darunter auch ihr Bruder) am 19.05.1536 hingerichtet.

Heinrichs nächste Gattin war bereits schon vor der Hinrichtung von Anne Boylen in sein Leben getreten. Sie hieß Jane Seymour (1509-1537),  und war im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen eine zurückhaltende und schüchterne junge  Frau. Heinrich heiratete Jane nur elf Tage nach der Hinrichtung von Anne. Jane aber machte  Heinrich am 12.10.1537 zum glücklichsten Mann, als sie ihm nämlich den langersehnten Thronerben zur Welt brachte. Er bekam den Namen Edward (+ 06.07.1553). Leider verstarb Jane kurz nach der Geburt des Kindes am 24.10.1537, vermutlich am Kindsbettfieber.

 Heinrich heiratete seine vierte Frau, Anna von Kleve  (1515-1557) aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen: der erste war, wegen einer Annäherung an die protestantische Welt um seine außenpolitische Isolierung  zu mindern, da ihr Vater Johann der III. (+ 1539,  er besaß  Geld und hatte durch verwandtschaftliche Beziehungen eine gewisse Affinität zum Luthertum) war. Der zweite Grund war nicht sehr schmeichelnd für Heinrich, denn er kannte Annes Aussehen nur von einem Gemälde, dass der Maler Hans Holbein (1497-1543) verfälschte und nicht originalgetreu zeichnete. Deshalb hatte Heinrich schon nach der ersten persönlichen Begegnung eine große Abneigung für Anna. Die Ehe wurde daraufhin nie vollzogen. Bereits im Juli 1540 ließ sich Heinrich wieder von Anne scheiden. Er behielt jedoch einen liebevollen Kontakt zu Anne und sie zu seinen Kindern.

Die nächste Ehe wurde schon im Scheidungsmonat von Anna geschlossen. Die junge Frau hieß Catharina Howard (1525-1542)  und war die Cousine der hingerichteten Anne Boylen (+ 1536).  Die Ehe, die Heinrich mit der erst 19-jährigen attraktiven Catharina am 28.07.1540 einging, konnte mal als eine  Altersvernarrtheit eines nicht mehr attraktiven vergreisten 49-jährigen Monarchen sehen. Catharina betrog Heinrich wo es nur ging und wurde zu recht wegen Ehebruchs verurteilt und am 13.02.1543 hingerichtet.

Seine sechste und letzte Ehe ging Heinrich mit Catherine Parr  (1514-1548) am 12.07.1543 ein. Catherine war dass, was Heinrich eigentlich immer von einer Ehefrau erwartete, denn in den letzten 3 Jahren, die Heinrich noch vom Leben blieben, pflegte sie ihn aufopferungsvoll und kümmerte sich tüchtig um das Land. Catherine war die einzige der sechs Gattinnen, die ihren Ehemann überlebten.

 

Zum Ende seines Lebens war Heinrich nicht mehr der Athlet von einst, sondern stark übergewichtig. Aber dass war noch nicht das ganze Krankheitsbild des alten Königs von England, denn er hatte möglicherweise auch die Gicht und litt auch wegen der vielen außerehelichen Affären (unter denen er auch zumindest ein bekanntes Kind hatte, nämlich Heinrich Fitzroy) wahrscheinlich an der gefährlichen Syphiliskrankheit und wahrscheinlich hatte er auch Diabetes. Er litt auch jahrelang an einer Unterschenkelwunde, die ihm zwar von nichts abhielt, aber immer schlimmer wurde und anfing zu eitern und die wahrscheinlich für seinen Tod verantwortlich war.

Heinrich starb 1547 in London und wurde in Windsor begraben.