Elisabeth I.

 

Elisabeth wurde am 07.09.1533 im Greenwich Palace in Kent geboren.

Sie war die jüngste Tochter von Heinrich VIII und seiner 2. Frau Anna Boleyn.

Elisabeth hatte noch 2 Halbgeschwister: Nämlich Maria und Eduard.

1535 war zwar der jüngste Sohn von Franz I. als ihr zukünftiger Gatte im Gespräch, aber nachdem sie für unehelich erklärt worden war, war sie für den europäischen Heiratsmarkt lange nicht mehr  von Interesse. Als ihre Halbschwester Maria auf dem englischen Thron saß, versuchte man sie dann unter anderem mit dem Herzog von Savoyen zu vermählen, aber sie weigerte sich

Anna Boylen wurde wegen Ehebruchs 1536 von Heinrich hinrichten lassen und die Ehe für geschieden erklärt. Elisabeth wurde deshalb als nicht legitim erklärt und deshalb als Bastart ausgerufen. Elisabeth wurde von der Thronfolge gestrichen.

Allerdings wurde Elisabeth 1543 wieder in die Thronfolge eingereiht.

Elisabeth beherrschte schon als Kind mehrere Sprachen, sie sprach schon als 10-jährige perfekt Französisch und Italienisch. Auch konnte sie schon die lateinischen Dichter übersetzen.

Der englische Gelehrte Roger Asham, schrieb voller Stolz über seine Schülerin folgendes an seinen Freund Sturm in Straßburg:

          "Ihr Verstand hat keine weibliche Schwäche; ihre Beharrlichkeit kommt der eines Mannes gleich; ihr Gedächtnis behält dauerhaft, was es schnell auffasst. Sie spricht Französisch und Italienisch so gut wie das Englische; sie hat sich oft mit mir in fließendem und richtigem Latein und im befriedigendem Griechisch unterhalten. Wenn sie Griechisch und Latein schreibt, gibt es nichts Schöneres als ihre Handschrift... Ich tue nichts hinzu, mein lieber Sturm; es ist nicht nötig."

Als ihr Vater, den sie vergötterte und bewunderte am 28.01.1547 starb, wurde sein einziger Sohn Eduard zum König von England.

Wegen seiner schwachen Konstitution wurde Eduard nicht ganz 16 Jahre alt. Er starb 1553.

Als Ihr innig geliebter Halbbruder nach einer kurzen Regierungszeit am 06.07.1553 an Schwindsucht starb, bestieg Ihre älter Halbschwester Maria den englischen Thron. Maria war eine fanatische Katholikin und wurde vom englischen Volk gehasst.

Ein Rebell namens Thomas Wyatt Zetteltee ein Komplott gegen Maria an, welches scheiterte. Unter der Folter gestand Thomas, das Elisabeth eine heimliche Komplizin war und diese Rebellion billigte. Elisabeth wurde 1554 verurteilt und in den Tower geführt. Thomas wurde wegen Rebellion zum Tode unter dem Schafott verurteilt und obwohl er kurz vor seinem Tod am 11.04.1554 seine Aussage widerrief, blieb Elisabeth noch weitere 2 Monate im Tower gefangen.

Im Tower lernte Elisabeth wahrscheinlich auch ihre große Liebe Robert Dudley kennen.

Das Verhältnis zwischen den beiden Halbschwestern blieb gespannt. Noch im Juli 1557 hatte sich Maria einer Nachfolge Elisabeths ganz energisch widersetzt:

  "da sie von einer ehrlosen Frau geboren wurde, die sowohl die Königin, ihre Mutter, als auch sie selbst so schmählich behandelt hat."

Maria erkannte die Rechte ihrer Halbschwester auf den englischen Thron erst am 28.10.1558 an. Und am 07.11.1558, also elf Tage vor ihrem Tod, teilte sie die entgültige Thronfolge mit und das sie mit ihr als Nachfolgerin einverstanden sei.

Als Maria 1558 kinderlos starb, bestieg Elisabeth am 15.01.1559 in der Westminster Abtay den englischen Thron.

Als Elisabeth ihren Thron bestieg, war das Land in einer sehr ungünstigen Lage. England befand sich im Krieg mit Frankreich, die Wirtschaft lag am Boden und Maria vererbte Elisabeth einen Schuldenbetrag von 260 500 englischen Pfund. Außerdem war das Land in einem Glaubensstreit.

Elisabeth zeigte sich im Gegensatz zu ihren Geschwistern eher religionstolerant. Sie tendierte  mehr zur protestantischen Seite, hielt jedoch auch einige katholische Bräuche hoch. Am liebsten hätte sie es auch gesehen, dass der Klerus auf seine Heiratserlaubnis verzichtet hätte, da ihrer Meinung nach der geistliche Beruf ein Leben ohne Familie erfordere. Aber sie setzte ihre persönlichen Vorstellungen nicht per Parlamentsbeschluss durch, da sie die Religion für eine persönliche Angelegenheit jedes einzelnen hielt. Trotzdem sah sie in ihrem Titel "Oberste Statthalterin der englischen Kirche" keinen leeren Ehrennamen. Sie entwarf selbst Richtlinien für Kirchenvisitationen, beteiligte sich an der Auswahl der Gebete für ein revidiertes Kollektenbuch und wirkte bei der Besetzung der geistlichen Ämter aktiv mit

Das englische Volk aber war begeistert von seiner neuen Königin, weil sie "rein englisch" war:

"In ihr ist kein Tropfen spanischen oder fremden Bluts, sondern sie ist hier unter uns rein englisch geboren und uns daher von Natur aus zugehörig."

Ihre Reden wurden vom Volk stets mit Rührung verfolgt, wie z.B. folgende:

"Ich versichere Euch, dass kein Fürst seine Untertanen mehr liebt und dass es keinen gibt, dessen Liebe der Unseren gleichkommt. Es gibt keinen Juwel, so kostbar er auch sein mag, der mir teurer wäre als der Juwel Eurer Liebe. Sie gilt mir mehr als alle Reichtümer der Welt; denn deren Wert kann man schätzen, während ich Liebe und Dankbarkeit für unschätzbar halte. Und wenn Gott der Herr mich auch hoch erhoben hat, so sehe ich doch meinen höchsten Ruhm darin, dass ich mit Eurer Liebe regiert habe. Dass Gott mich zur Königin erkoren hat, macht mich nicht so glücklich, wie, dass ich die Königin eines solchen Volkes sein darf."

Der Krieg mit Frankreich wurde am 03.04.1559 beigelegt. Es wurde die Voraussetzung geschaffen, die englische Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Elisabeth wollte den englischen Schiffshandel, der schon von ihren Vorfahren geführt wurde, weitaus verbessern. Und Sir John Hawkins, ihr Marineschatzmeister, konnte die Marine verbessern. England wurde dann zu einer Seemacht.

Natürlich warben jetzt auch eine Reihe von Heiratsfähigen Ehrenmänner um die Hand der jungen Königin. So warb z.B. König Philipp II. von Spanien und gleichzeitig ihr Schwager um ihre junge Hand. Natürlich folgten in der langen Regierungszeit von Elisabeth noch weiter Bewerber, wie: der Herzog Adolf von Holstein, der schwedische Thronerbe Erik XIV., die habsburgischen Brüder Ferdinand II. und Karl, der russische Zar Iwan IV., der Schreckliche, und die französischen Herzöge Henri von Anjou und Hercule-Franz von Alençon. Selbst einige Engländer wollten Elisabeth zur Gemahlin nehmen und unter ihnen war . Lord Robert Dudley, Graf von Leicester, ihren langjährigen Freund und „Liebhaber“. Aber Elisabeth blieb allein, sie wollte keinen anderen neben sich. Für sie war sie schon verheiratet und zwar mit England und als Symbol trug sie bis kurz vor ihrem Tod ihren Krönungsring.

Am 15.05.1568 nahm Elisabeth ihre Cousine und Rivalin die ehemalige schottische Königin Maria Stuart in Gefangenschaft. Maria war eine gläubige Katholikin und machte auch zunehmende Ambitionen auf den englischen Thron, da sie wie Elisabeth eine Enkelin Heinrich VII. war. 1587 wurde Maria wegen angeblicher Verschwörung und Hochverrat an der Königin von England verurteilt und enthauptet.

Wegen der Häufung der englischen Freibeuter und der Enthauptung von Maria Stuart gab es für König Phillip II. von Spanien den Anlass den Krieg gegen England zu verstärken.

1595 wurden Drake und John Hawkins während eines Invasionsversuchs getötet.

1593 begann zwischen Irland und England ein blutiger Krieg unter diesem das Ansehen Elisabeths in der Bevölkerung schwer litt.

Diese Auseinadersetzung konnte erst 1603 beendet werden.

Im März 1603 bemerkten die Menschen in ihrer näheren Umgebung, dass sie allmählich des Lebens müde geworden war und den Tod herbeiwünschte.

Kurz vor ihrem Tod bestimmte Elisabeth den Sohn von Maria Stuart, Jakob VI. von Schottland, zu ihrem Nachfolger.

Am 24.03.1603 verschied sie schließlich in Richmond. Ihre Herrschaft dauerte 44 Jahren und 127 Tage. Ihr Tod wurde von ihrem Volk tief und ehrlich beklagt.

Der Chronist Stow bemerkte zu ihrem Tod:

"Nie zuvor hat man in der Geschichte einen solchen allgemeinen Schmerz erlebt, nie zuvor hat ein Volk, eine Zeit oder ein Staat den Tod seines Monarchen so tief beklagt."